Keinen Platz für Antisemiten und Despoten!

Ach ja, unsere Uni. Ein Pool für freidenkende, tolerante junge Menschen, die den wissenschaftlichen Fortschritt unermüdlich (so jedenfalls die Sage) voran treiben. Aber wie passt dazu der Name unserer Universität, der doch bestimmt dazu dient, wichtige Vertreter dieser Werte zu würdigen ? Wer ist überhaupt dieser Eberhard-Karl und warum hat der Name einen so bitteren Nachgeschmack für uns ? Nun, zunächst ist es wichtig, dass es sich nicht um eine Person, sondern um zwei Namensgeber handelt. Erlaubt uns also eine kurze Vorstellung:

Eberhard im Bart:

– Lebenszeit: 11. Dezember 1445 – Februar 1496

– Arbeit: Erbe

– Titel: Herzog von Wüttemberg

– Hobbies: Protzen, Pilgern, Rasieren, Progrome

Moment, stop. Wie kann das sein, dass ein Alleinherrscher, der für die Vertreibung und Verfolgung von Juden in ganz Wüttemberg bekannt ist, ja sogar dies zur Bedingung für die Universitätsgründung an die Tübinger Bürger gemacht hat [1], im Namen geführt wird. Reicht es wirklich aus, in Reichtum hinein geboren zu werden und auf Bitten der Mutter sich zur Gründung einer Universität herab zu lassen, um von uns noch 550 Jahre später dafür gewürdigt zu werden ? Wollen wir nicht mit Antisemiten brechen, statt sie im Namen unserer Institutionen zu führen ?

 

Karl Eugen:

– Lebenszeit: 11.Februar 1728 – Oktober 1793

– Arbeit: Erbe

– Titel: Herzog von Wüttemberg

– Hobbies: Protzen, Party, Despotieren

Zum Höhepunkt des Absolutismus, lebte auch Karl dies vollendens aus. Sein verschwenderischer Lebensstil hatte allein bei seinem Tübinger Aufenthalt von 28. Oktober bis 3. Dezember 1767 stattliche 13.000 Gulden verschlungen, die von der Stadt- und Amtspflege zu bezahlen waren [vgl. Stadtarchivar Udo Rauch: Eine Oper für Tübingen]. Aber was tun, wenn mal das Geld knapp wird und die Untertanen einfach nicht noch mehr Geld in die Kassen spülen können ? Na klar, einfach ein paar arme Bauern als Soldaten ins Ausland verkaufen und schon ist man wieder flüssig. Was, ein Schriftsteller wagt es frei zu denken ? Nichts was ein Schreibverbot und Kerkerhaft nicht lösen könnte [2]. Jetzt noch schnell als Rektor auf Lebenszeit installieren,den Namen fix an den Gründer anhängen und schon erinnert sich die ganze Welt an den strahlenden Karl. Vielleicht sogar für immer ?

 

Wir sind der Meinung, dass das nicht sein kann. Beide Personen sind keine Vorbilder, die wir würdigen wollen und dass eine Umbennung möglich ist, zeigt zum Beispiel die Berliner Beuth Hochschule für Technik. Auch hier wurde aufgrund des nachgewiesenen Antisemitismus des Namensgebers „Christian Peter Beuth“ ein Prozess zur Umbenennung eingeleitet. Der akademische Senat stimmte dem zu und eine AG kümmert sich zur Zeit um die Namensfindung.

Wir sind daher sehr froh, dass der Studierendenrat auf einen Antrag der JuSos, welcher unserem Wunsch (und parallelem Antrag) in allen wesentlichen Punkten entspricht und mit Zustimmung der GHG und FSVV beschlossen hat sich für einen Namensänderung einzusetzen. Der Prozess soll durch die Studierenden getragen werden und am Ende einen Namen, den wir gerne führen wollen hervorbringen. Besonders herausstellen möchten wir an dieser Stelle noch die Bloch-Uni, welche sich seit Jahren stark macht für die Studierendenschaft und schon seit den 70ern die Änderung des Namens fordert.

 

Und somit geht die Frage jetzt an euch: Wie soll eure Uni in Zukunft heißen ?

Euer [solid`].SDS Tübingen

 

[1]”Wir wöllent auch und gebieten ernstlichen denen von Tüwingen, dass sie kein Juden … in der Stat … laussen beliben (bleiben lassen).”

[2] Menschen aus dem Land. Friedrich Schiller, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

keine Corona Satzung ohne uns!

Die neue Satzung über Lehre und Prüfungen im Sommersemester 2020, die die Rechtsgrundlage für Onlinelehre und vom Normalfall abweichende Regelungen darstellen soll, wurde in einer nicht ausgereiften Fassung im Eilverfahren und ohne jegliche studentische Beteiligung beschlossen.

Diese Fassung unterläuft diverse Interessen der Studierenden.

Auf Beschluss des Sturas wurde im Eilverfahren eine Arbeitsgruppe gegründet, die einen umfassenden Änderungsentwurf erstellte.

Auf diese Änderungen wurde in keinster Weise eingegangen. Die Vorschläge wurden ohne jegliche Erklärung ignoriert.

Die Studierenden dürfen keinesfalls auf diese Weise übergangen werden.

Im Stura kämpfen wir weiterhin dafür, das die Interessen der Studierenden noch in die neue Satzung einfließen.

 

 

Pressemitteilung Stura: https://www.stura-tuebingen.de/2020/04/pressemitteilung-kein-semester-ohne-studierende/

 

linke Liste / ['solid].SDS in den StuRa wählen!

Liebe Studierende,

ob die Wahlen dieses Jahr wie geplant stattfinden können ist sehr zweifelhaft. Aufgrund der aktuellen Pandemie sind klassische Wahlen in Wahlkabinen besonders für die Helfer*innen unzumutbar. Aktuell arbeitet der AK Wahlen des Sturas daran diese möglichst bald, aber vor allem sicher durchzuführen. Sobald feststeht wie und wann die Wahlen durchgeführt werden, informieren wir euch gern hier auf der Website. Bis dahin vertreten wir weiterhin tatkräftig eure Interessen. Gerne könnt ihr euch auch selbst in der Hochschulpolitik engagieren. Arbeitskreise und Arbeitsgruppen des Sturas stehen euch offen.

Wir freuen uns auf eure Mitarbeit und hoffentlich auch eure Stimme, sobald es soweit ist.

 

 

Kinderarmut bekämpfen! Für ein gutes Leben von Kindern und Jugendlichen!

Mit:
Gerd Müller, Runder Tisch Kinderarmut Tübingen
Kolja Fuchslocher, Referent für Kinder und Jugend der Fraktion DIE LINKE im Bundestag
Nina Rupprecht, Kreisvorstand DIE LINKE, Mitglied im Careleaver Deutschland e.V.

am Donnerstag, 13. Juli 2017, 19:30 Uhr
im Salzstadel, Madergasse7, Tübingen

Kinderarmut hat viele Gesichter. In Deutschland zeigt sich Kinderarmut überwiegend durch Ausgrenzung, schlechte Ernährung, mangelnden Bildungszugang, unzureichende ärztliche Versorgung und eingeschränkte soziale Beziehungen. Kinderarmut in einem der reichsten Länder hat viele Seiten. Hauptursache für Kinderarmut ist die Einkommensarmut der Eltern. Durch die Ausweitung des Niedriglohnsektors und die Zunahme prekärer Beschäftigungslagen ist die Armut trotz sinkender Erwerbslosigkeit in den letzten Jahren angestiegen. Sozialleistungen wie Hartz IV schützen nicht vor Armut und Ausgrenzung. Jedes fünfte Kind lebt in Armut. Arme Kinder sind vom Leben in der Gesellschaft in vielen Bereichen ausgeschlossen: Kinobesuche, gute Schuhe, gesunde Ernährung, ein Musikinstrument, der Schwimmbadbesuch und vieles mehr auf das sie alltäglich verzichten müssen. Sie haben schlechtere Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Die Chancen, dass sie eine Hochschule besuchen werden, sind um ein vielfaches geringer.

Die geplanten Änderungen des Kinder-und Jugendhilfegesetzes führen ebenfalls zu Armutsgefährdung von Kindern und Jugendlichen, die der Obhut des Jugendamtes unterliegen. Im Sommer 2015 entbrannte eine Debatte um die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) auf, die in den Zuständigkeitsbereich der Kinder- und Jugendhilfe fallen und dort Kosten verursachen. Vor diesem Hintergrund forderten vor allem Bayern, später aber auch Sachsen, Saarland, Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt Standardabsenkungen in der Kinder- und Jugendhilfe insgesamt und besonders abgesenkte Standards für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. DIE LINKE kritisiert -ebenso wie zahlreiche Fachverbände- den derzeitigen Gesetzentwurf und fordert eine nachhaltige Reform, bei der die Mitbestimmung und die Rechte der Kinder- und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen.

Arme Kinder werden oftmals die armen Jugendlichen von morgen und die armen Eltern von übermorgen. Dieser Kreislauf muss dringend durchbrochen werden.